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Traubensaft Selbermachen

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Foodwasting ist ja momentan ein richtiger Trend. Ich nehme mich immer mal wieder diesem Thema an in dem ich euch Ideen gebe, wie ihr zum Beispiel Früchte, welche nicht mehr ganz so schön aussehen, verwerten könnt. Im heutigen Beitrag verwerte ich Trauben zu Traubensaft.

Wir haben einen ziemlich grossen Garten und entsprechend auch immer mal wieder Früchte und/oder Gemüse zum Verwerten. Da ich nicht wirklich viele sinnvolle Ideen habe, was ich, neben dem Gelee, mit unseren Trauben herstellen könnte, bin ich zum Schluss gekommen sie zu entsaften. Ursprünglich habe ich mir dazu eine Obstpresse ausgeliehen, musste aber feststellen, dass ein einfaches Baumwolltüchlein von ca. 30 x 30 cm (in meinem Fall habe ich ein Nuscheli (Stoffwindel) benutzt, von denen ich zur Zeit haufenweise zur Verfügung habe) weitaus praktischer ist.

Ich habe also zuerst einen 5-Liter-Putzkessel gut zur Hälfte mit unseren Trauben vom Garten gefüllt. Da wir das Haus mit samt den Reben vor drei Jahren gekauft haben, weiss ich leider die Rebensorte nicht. Es sind kleine, weisse und sehr süsse Trauben. Die Bienen und Wespen waren schon fleissig vorweg am Schlemmen und so waren bis zu meiner „Läset“ schon gut die Hälfte der süssen Früchtchen von den Insekten verputzt. Ich habe die noch verbliebenen Trauben von den Stielen und verdorrten Fruchthüllen getrennt und in einer Salatschüssel gesammelt. Es hat doch immerhin eine gut gefüllte Schüssel ergeben, ich schätze es waren so an die 2-3 Kilo. Das nächste Jahr versuche ich etwas früher zu sein, dann kann ich den Ertrag wahrscheinlich verdoppeln.

Vor ein paar Wochen hatte ich schon einmal einen Versuch gestartet; der Traubensaft was sehr süss und fein, nach einem knappen Tag aber schon ungeniessbar. Deshalb habe ich beschlossen den Traubensaft heute in eine Pfanne zu pressen und kurz aufzukochen um das Ganze zu pasteurisieren. Ich habe also zuerst alle Trauben in die Presse gefüllt und so gut es eben ging an der Kurbel gedreht um die Trauben zu entsaften. Circa einen halben Liter Saft konnte ich so mit Mühe und Not erringen. „Jäno so de haut“, dachte ich mir und habe die Traubenreste aus der Presse genommen und zurück in die anfängliche Salatschüssel geschüttet. Eigentlich wollte ich auf den Kompost damit, als ich dann aber sah wieviel Saft noch in den Trauben ist, habe ich meine Pläne schnell geändert. Ein Griff in den Kleiderschrank zu den Nuschelis von Joelle, unserer Jüngsten, und schon konnte das muntere Saftpressen weitergehen. Die verbliebene Traubenmasse landete Mittig auf meinem Tüchlein, mit der einen Hand hielt ich die vier Ecken fest (natürlich nicht ganz aussen, sondern soweit innen wie möglich) und mit der anderen wurde gemantscht und gedrückt. Zuletzt das Tüchlein noch so richtig schön zusammen gezwirbelt, damit auch wirklich der ganze Saft raus kommt. Knappe 2 Liter Traubensaft landeten so in meiner Pfanne. Also ab auf den Herd damit!

Die Flaschen zum Abfüllen habe ich mir schon etwas vorher bereitgestellt, da wir einen Kombi-Steamer haben, mache ich mir das Sterilisieren sehr einfach; ich dämpfe sie 10 – 15 Minuten bei 100 Grad. Wer keinen Steamer hat, kann auch auf herkömmliche Art im Wasserbad sterilisieren (Flasche 10 Minuten in kochendes Wasser legen).

Kurz bevor der Traubensaft aufkocht – ich achte dazu einfach auf das Geräusch, das der Saft in der Pfanne macht – kurz vor dem Kochen fängt er an zu knistern – habe ich ihn vom Herd genommen und sofort in die heissen, sterilisierten Flaschen gefüllt. Ich habe übrigens eher kleine Fläschchen gewählt: 1. Weil ich nicht sicher war, wie lange ich die Flaschen, wenn sie mal geöffnet sind, halten kann. 2. Weil wir beim letzten Mal festgestellt haben, dass uns der Traubensaft – weil er sehr süss ist – am besten verdünnt schmeckt (1:1).

Die Fläschchen sind also nun gefüllt und stehen verlockend in meiner Küche rum. Die wichtigste Frage ist nun aber, ob der Saft auch schmeckt und ob er dies auch noch tut, wenn die Flasche ein oder mehrere Tage geöffnet ist. Gleich am nächsten Mittag testen wir, es gibt für alle zusammen zum Teilen ein Glas – halb Traubensaft, halb Wasser – zum Probieren; der Rest bleibt in der Flasche. Der Saft schmeckt allen, er ist sehr süss und kann sicherlich nicht in riesen Mengen getrunken werden, aber als Apéro oder für eine Bowle sehr zu empfehlen. Den nächsten Testversuch mache ich knappe zwei Wochen später, der Traubensaft lagerte dazwischen in einer geschlossenen Schnappverschlussflasche im Kühlschrank. Ich habe ein wenig Angst, dass ich zu mutig war, solange zu warten, doch – zu meinem Erstaunen – schmeckt der Traubensaft immer noch gleich gut wie beim ersten Versuch. Mein Experiment was also ein voller Erfolg und ich mache mich nun auf die Suche nach einem tollen Bowle Rezept oder einem kreativen Apéro-Getränk-Rezept mit Traubensaft. Eine Flasche selbst hergestellter Traubensaft ist in meinen Augen übrigens auch ein schönes Mitbringsel respektive Geschenk.

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